08.03.2019

„Die Rechnung ohne den Wirt“

Viele Krankenhäuser im deutschsprachigen Raum stecken derzeit richtig in der Klemme.

Sie wissen warum? Na, es geht ums liebe Geld!

 

 

Krankenhäuser müssen profitabler werden UND gleichzeitig sparen, oft ein richtiges Dilemma. In der Regel gibt’s nun mal nicht mehr Geld und die erforderlichen Veränderungen zur Effizienzsteigerung sind mit bestehenden finanziellen und personellen Ressourcen zu schaffen. Das möglichst schnell und im laufenden Krankenhausbetrieb. Das bedeutet für das Personal Arbeitsverdichtung.

In ihrer Ratio werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeholt, in ihrer Emotion sind sie meist alleine gelassen. Fragen und auch Ängste wie: „was bedeutet das für mich? Ist mein Arbeitsplatz gefährdet? Schaff ich das überhaupt noch?“, bleiben unbeantwortet. Es ist so, als würde die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Die Nebenwirkungen von Veränderungsprozessen, dann oft verstärkt durch Flurfunk, Unruhe in den Stationen, Spekulationen und beginnenden Machtkämpfen, kriechen wie dunkle Schatten durch die Stationen.

Um Mitarbeiter ins Boot zu holen, darf der Fokus der Umsetzung nicht nur auf rationale Maßnahmen beschränkt sein, es muss auf den emotionalen Bestandteil des menschlichen Verhaltes eingegangen werden. Führungskräfte und Mitarbeiter, besonders bei hoher Betroffenheit, brauchen ab initio Unterstützung, um in Selbstorganisation die erforderlichen Veränderungen zu bewältigen.

Mitarbeiter in ihrem Grundbedürfnis „dazuzugehören“ und „mitzugestalten“ abzuholen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren veränderten Arbeitsplatz gemeinsam zu gestalten, bedeutet Mitarbeiter mitzunehmen. Dazu braucht es jedoch gewidmete Zeit, Gestaltungsspielraum, das gemeinsame Entwickeln von positiven Zielbildern, den konstruktiven Umgang mit Sach- und Beziehungsebene und das fundierte Wissen, wie das Gehirn von Menschen funktioniert.

Veränderungen, wenn sie passieren, passieren nur von innen heraus! Neue Strategien und „Mensch-sein“ sind nicht von vorne herein kompatibel!

Beim 11. österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress am 13. März in Wien werden zukunftsweisende Themen diskutiert wie: "Zentral oder Dezentral – Regulierung oder Deregulierung: Wohin treibt das Gesundheitssystem?", "Kulturumbruch Digitalisierung: Technik ist nur die halbe Miete", "‘Vorbeugen statt Heilen‘: Risiken reduzieren statt Schäden regulieren“, „Die Zukunft hat schon begonnen: Mitarbeiter mitnehmen" und vieles mehr. Mit meinem Vortrag "Erst wenn wirklich der Hut brennt, Prävention anstelle von Schadensbegrenzung" werde ich einen Beitrag liefern, wie Mitarbeiter besser in Veränderungen mitgenommen werden können. Weitere Infos unter: www.oegwk.at/index2.php

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Andrea Langhold Signet